Blog für Straße & Leben http://berberinfo.blogsport.de Wed, 25 Apr 2018 11:52:18 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Buchrezension: „Kein Dach über dem Leben“ von Richard Brox http://berberinfo.blogsport.de/2018/04/25/buchrezension-kein-dach-ueber-dem-leben-von-richard-brox/ http://berberinfo.blogsport.de/2018/04/25/buchrezension-kein-dach-ueber-dem-leben-von-richard-brox/#comments Wed, 25 Apr 2018 11:52:18 +0000 Administrator Allgemein Armutszeugnis http://berberinfo.blogsport.de/2018/04/25/buchrezension-kein-dach-ueber-dem-leben-von-richard-brox/ Der langjährige Obdachlose Richard Brox hat mit seiner Biografie „Kein Dach über dem Leben“ dieses Jahr ein Buch veröffentlicht, welches es sogar auf die Bestseller-Liste geschafft hat.
Buch von Richard Brox
Brox ist Jahrgang 1964 und kommt aus Mannheim-Schönau. Die Schönau gilt als so genanntes ‚Problemviertel‘, in dem ein rauher Ton vorherrscht. Doch das wäre vermutlich kein Problem gewesen, wenn seine Eltern das mit ihrer Liebe kompensiert hätten. Aner Brox erlebt eine kalte Kindheit in emotionaler und materieller Armut. Seine beiden Eltern sind Alkoholiker und unfähig ihrem Kind Liebe zu zeigen. Während sein Vater zum Bier greift, bevorzugt die Mutter Wein. Beide kompensieren mit dem Alkohol ihre seelischen Verletzungen durch die Nazis. Seine Eltern beziehen eine Überlebenden-Rente, die eigentlich ausreichen würde, aber der Vater von Richard Brox gibt sein Geld für teure Geschenke an die Mutter aus. Richard ist für seinen erblindeten Vater Helmut Hans Brox (1926-1977) eine Stütze. Der Kriegsverweigerer und Fahnenflüchtling wurde in der NS-Zeit viermal verurteilt und wurde zuletzt wohl im Lager Mauthausen interniert. Später arbeitete der ehemalige NS-Häftling für die US-Armee. Nach seiner Erblindung wurde er Frührentner.
Die Mutter Gertrud Brox (1921-1985) ist eine getaufte polnische Jüdin, die von den Nazis als solche nicht erkannt wurde, aber als polnische Zwangsarbeiterin nach Deutschland deportiert wurde und 1944 als politischer Häftling ins Frauen-KZ Ravensbrück kam. Mehrere ihrer Familienmitglieder wurden in der Shoah ermordet. Ihr kleiner Sohn Richard hört sie oft nachts weinen. Sie ist nicht nur zu keiner Liebe fähig, sie schlägt auch ihren Sohn.
Obwohl Richard Brox sechs Halbgeschwister hat, wächst er als Einzelkind auf. Die Halbgeschwister wurden von den Behörden in Heime gegeben oder blieben im Fall der Kinder seines Vaters bei der Mutter.
Richard wächst bei seinen Eltern auf, doch die sind angesichts ihrer Traumata mit ihm überfordert und vernachlässigen ihn. So wird z.B. nie sein Geburtstag gefeiert. Etwas Liebe erfährt er kurzzeitig von dem alten jüdischen Ehepaar ein paar Stockwerke über ihnen.
Durch seine Verwahrlosung kommt Richard Brox nie über die vierte Klasse hinaus. Anfangs spricht er ein schlechtes Deutsch, da bei ihm zu Hause ein Mischmasch aus Deutsch, Polnisch, Jiddisch und Englisch gesprochen wird.
Immer wieder wird Richard Brox von den Behörden in Heime gesteckt. Da er trotz aller unerwiderten Liebe lieber zu Hause ist, versucht er aus diesen zu fliehen. Außerdem wurde er in den Heimen misshandelt. Mit neun Jahren 1973 kommt er etwa für fünf Wochen St. Kilian im Odenwald. Hier herrschten „Demütigung, Erniedrigung, Unterwerfung“. Besonders die Mutter Oberin misshandelt ihre Schutzbefohlenen physisch und psychisch.
Im Heim Stutensee bei Karlsruhe kommt es zu sexualisierten Übergriffe durch einen Erzieher, die er nur notdürftig abwehren kann. Anderen Jungen gelingt das nicht. Das Heim Haus Baersdonk in NRW wird von einem ehemaligen SS-Mann geleitet, der glaubt Jugendliche mit 10 bis 12 Stunden Arbeit täglich erziehen zu müssen. Hier versucht ein Erzieher ihn und zwei Mädchen als Zwangsprostituierte zu verkaufen. Nur heftigste Gegenwehr verhindert eine Vergewaltigung. Der Erzieher kommt trotz eines Polizeieinsatz straflos davon.
Mit diesen seelischen Vernarbungen und ohne Schulabschluss wird Brox Suchtkranker und Gelegenheits-Obdachloser (u.a. zeitweise als Straßenpunk), der aber immer noch in die Wohnung seiner Mutter in Mannheim-Schönau zurückkehren konnte. Kurz nach dem Tod seines Vaters 1977 beginnt Brox Kokain zu konsumieren. Seine Kokain-Sucht hält bis 1989 an. Er ist,also vom Alter von 13 bis 25 suchtkrank. Seinen Drogenkonsum finanziert er sich als Kleindealer und durch sonstige Kleinkriminalität wie Diebstahl.
Ein paar Monate nach dem Tod seiner Mutter im Dezember 1985 wird dann die Wohnung von Brox geräumt und er verliert damit seine letzte Zuflucht. Brox wird ein Straßen-Obdachloser, der den Umständen, der Wilkür und anderen Personen gegenüber schutzlos ausgeliefert ist:

„Ja. Ich schämte mich meiner Schutzlosigkeit. Wer selber nichts zu bieten hat, muss sich aufdrängen oder sogar unterwerfen, wenn er Hilfe braucht. Das ist schwer. Leichter ist es, sich auf eine Parkbank zu legen.“

(Seite 26)
Er wagt es kaum, sich auf eine Parkbank zu legen, „Denn wer auf einer Parkbank liegt, kann davongejagt werden wie ein räudiger Hund.“
(Seite 26)
Die Notunterkünfte sind vielfach auch kaum eine Alternative zum Übernachten im Freien. Davon erzählt Brox auch in seinem Buch:

„Ich mied die städtischen Notunterkünfte sooft es ging. Ich machte Platte und schlief wieder draußen. Wenn es kälter war, suchte ich nach einem Heizungsschacht, auf den ich mich legen konnte. Oder ich krümmte mich erneut in irgendeiner Telefonzelle zusammen, das ist zwar nicht bequem, aber für einen Obdachlosen schon fast ein privater Raum.“

(Seite 31)
Zuerst war Brox überfordert vom Straßenleben und es nagt an ihm:

„In den ersten zwei Jahren, die ich als Obdachloser in Mannheim verbrachte, hat mich die Gewalt in den Unterkünften und auf der Straße seelisch immer wieder komplett zerlegt. Dieses Ausgeliefertsein!“

(Seite 32)
Nach seiner freiwilligen Entgiftung 1989 wurde Brox zum Berber, der mehr oder weniger freiwillig auf der Straße lebt. Er begibt sich mit 28 Jahren unter dem Namen „Kurpfälzer Wandersmann“ auf Wanderschaft. Zuerst erwandert er sich die fünf neuen Bundesländer, die vielerorts noch fremd auf ihn wirken.
Obwohl er auf keine lange Schulkarriere zurück blicken kann, ist Brox ein Vielleser, quasi ein Autodidakt. Außerdem spielt er gut Schach und kehrt während seiner Wanderschaft immer wieder bei Schachclubs auf ein paar Partien ein. Er selbst schreibt: „Schach war mein Wurfanker ins gutbürgerliche Leben.“ (Seite 93)
Ab 1999 entdeckt er zudem das Internet für sich und wird Internetaktivist. Auf seiner Homepage „Ohne Wohnung – was nun?“ (Nachfolger: http://ohnewohnung-wasnun.blogspot.de/) kritisiert er den Zustand von Notübernachtungen oder gibt Tipps für andere Berber.
Brox nimmt auch in seinem Buch kein Blatt vor den Mund und kritisiert die Zustände in den Unterkünften, die hartherzigen Behörden oder die Folgen für Hartz IV für Obdachlose:

„Wer auf der Straße lebte und Geld vom Sozialamt brauchte und nach dieser Reform beim Amt auftauchte, bekam sofort zu spüren, dass plötzlich alles anders war. Wer keine Meldebescheinigungen vorweisen konnte, wurde abgewiesen, wer noch halbwegs gerdeaus gucken konnte, wurde in unterbezahlte Zwangsarbeit geschickt.“

Seite 142

„Mit der geballten Kraft der Bürokratie sollte die Realität, die uns zu dem gemacht hatte, was wir waren, geleugnet und wir zu produktiven Bürgern zurechtgebogen werden.
Viele von uns waren aber schlicht und einfach fertig und kaputt, sie flohen vor diesen Zumutungen, fielen durch alle sozialen Netze und schlugen sich ohne jede staatliche Hilfe durchs Leben. Auf der Straße wurde es nach den Hartz-IV-Gesetzen noch rauer, brutaler und gnadenloser.“

Seite 143
Ihm ist es wichtig, die strukturellen Ursachen für die Probleme vieler Obdachloser klar zu benennen. Dabei leugnet Brox nicht die Gewalt untereinander, schreibt aber klar über die Ursachen und die verstärkenden Faktoren.
Später arbeitete Brox als Experte mit dem bekannten Journalisten Günter Wallraff zusammen, der auch ein Vorwort für das Buch von Brox verfasst hat. Brox beschreibt mehrmals wie sehr ihn die Wertschätzung und Unterstützung von Wallraff gefreut haben. Er fühlte sich dadurch wieder wie wie ein gleichwertiger Mensch.

Das Buch ist überaus lesenswert. Es eröffnet eine Perspektive von unten, die den normalen Bürgerinnen und Bürgern verborgen bleibt. Doch auch Brox individuelle Biografie ist überaus spannend zu lesen. Nur so kapiert man, wie er auf der Straße gelandet ist.
Etwas irritierend wirkt, dass es immer wieder Zeitsprünge gibt. Brox hat das Buch so verfasst, wie er sich mit seiner eigenen Biografie befasst hat. Da er sich erst relativ spät in seinem Leben mit seiner Heimkind-Biografie beschäftigt hat bzw. auseinandersetzen konnte, kommt dieser Abschnitt erst gegen Ende des Buches.
Ein großes Plus ist auch dass Brox Gerüch beschreibt, etwa den Geruch der Ost-Bundesländer, der 1990 noch ein „Mix aus Hausbrand und Trabiabgasen“ ist. Das vergessen viele Schriftsteller*innen.

Richard Brox: Kein Dach über dem Leben. Biographie eines Obdachlosen, Reinbek bei Hamburg, 6. Auflage 2018.

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Frankfurt: Behörden mobilisieren gegen Bettler*innen http://berberinfo.blogsport.de/2018/04/19/frankfurt-behoerden-mobilisieren-gegen-bettlerinnen/ http://berberinfo.blogsport.de/2018/04/19/frankfurt-behoerden-mobilisieren-gegen-bettlerinnen/#comments Thu, 19 Apr 2018 15:13:57 +0000 Administrator Allgemein Armutszeugnis http://berberinfo.blogsport.de/2018/04/19/frankfurt-behoerden-mobilisieren-gegen-bettlerinnen/ Bereits im Februar 2018 hatte die „Frankfurter Rundschau“ kritisch darüber berichtet dass
Mitarbeiter*innen der Ordnungsbehörde in Frankfurt Pässe von Bettler*innen handschriftlich mit dem Vermerk „Beim aggressiven Betteln angetroffen“ versehen hatten.
Für die Pass-Inhaber*innen könnte das gravierende Folgen haben. Der Vermerk verstößt nicht nur gegen geltendes Recht, er macht darüber hinaus die Reisepässe ungültig.
Da einige der Bettelnden auch Roma sind, hatte sich der Förderverein Roma gegen diese Stigmatisierungs- und Verdrängungspraxis gewandt.
Die Behörde gab an zukünftig auf diese Praxis zu verzichten.

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Koblenz: Obdachloser ermordet http://berberinfo.blogsport.de/2018/04/19/koblenz-obdachloser-ermordet/ http://berberinfo.blogsport.de/2018/04/19/koblenz-obdachloser-ermordet/#comments Thu, 19 Apr 2018 15:13:11 +0000 Administrator Allgemein Gewalt gegen Obdachlose Mord an Obdachlosen http://berberinfo.blogsport.de/2018/04/19/koblenz-obdachloser-ermordet/ In Koblenz wurde am 23. Märzl 2018 auf dem Friedhof der 59-jährige Obdachlose Gerd Michael Straten, ein früherer Kohlehändler, enthauptet aufgefunden.
Straten galt als freundlichen, aber verschlossenen Einzelgänger.
Die Polizei sucht nach Hinweisen zu der Tat.
Mordopfer Gerd Michael Straten

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Vorfall von Gewalt gegen Obdachlose im Juni 2017 http://berberinfo.blogsport.de/2018/03/22/vorfall-von-gewalt-gegen-obdachlose-im-juni-2017/ http://berberinfo.blogsport.de/2018/03/22/vorfall-von-gewalt-gegen-obdachlose-im-juni-2017/#comments Thu, 22 Mar 2018 09:29:58 +0000 Administrator Allgemein Gewalt gegen Obdachlose http://berberinfo.blogsport.de/2018/03/22/vorfall-von-gewalt-gegen-obdachlose-im-juni-2017/ Am 10. Juni 2017 rief in Berlin-Friedrichshain ein 37-Jähriger Mann rassistische Parolen und griff einen 52 und einen 65 Jahre alten Mann an, die unter einer S-Bahn-Brücke geschlafen hatten. Er schlug einen und trat den anderen. Der 52-Jährige wurde dadurch verletzt.

Quelle: Andrea Röpke: 2018. Jahrbuch rechte Gewalt, München 2018, Seite 282

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AfD macht auf sozial http://berberinfo.blogsport.de/2018/03/12/afd-mach-auf-sozial/ http://berberinfo.blogsport.de/2018/03/12/afd-mach-auf-sozial/#comments Mon, 12 Mar 2018 16:05:15 +0000 Administrator Allgemein http://berberinfo.blogsport.de/2018/03/12/afd-mach-auf-sozial/ Die AfD macht mal wieder auf sozial. Ihr Aushänge-Proletarier Guido Reil hat für Berlin einen Kältebus organisiert.
Guido Reil (AfD) und sein Kältemobil
In einem Werbefilm dazu klagt er, dass es 800.000 Obdachlose in Deutschland gebe. Damit zeigt Reil wie viel Ahnung er von der Materie hat. Erstens handelt es sich um Wohnungslose und nicht um Straßenobdachlose. Zweitens werden in diese Schätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe auch alle Flüchtlinge mit rein gezählt, die in Unterkünften leben. So machen Flüchtlinge, die die AfD gerne alle abschieben will, knapp die Hälfte der beklagten 800.000 Obdachlosen aus.

Sowieso hilft der eine AfD-Kältebus nicht, wenn man sich an anderer Stelle gegen sozialen Wohnungsbau und eine Mietpreisbremse positioniert.
Die NRW-AfD bezeichnete bereits im Juni 2016 die Mietpreisbremse als „Planwirtschaft“.
AfD NRW: Mietpreisbremese ist Planwirtschaft
Der AfD-Bundestagsabgeordnete nannte den sozialen Wohnungsbau unlängst ein „gescheiterte(s) kommunistische(s) Experiment aus der Vergangenheit“.
Auch die Bundestagsfraktionsvorsitzende Alice Weidel hält die Mietpreisbremse für „Planwirtschaft“.
Weidel: Mietpreisbremse ist Planwirtschaft
So ist das Kältemobil der AfD so etwas wie ein einzelnes Feuerwehrauto, was die AfD gegen ihre selbst gelegten Brände einsetzt.

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München: Aufenthalt in U- und S-Bahn nur mit „Bahnsteigkarte“ http://berberinfo.blogsport.de/2018/03/04/muenchen-aufenthalt-in-u-und-s-bahn-nur-mit-bahnsteigkarte/ http://berberinfo.blogsport.de/2018/03/04/muenchen-aufenthalt-in-u-und-s-bahn-nur-mit-bahnsteigkarte/#comments Sun, 04 Mar 2018 18:16:56 +0000 Administrator Allgemein http://berberinfo.blogsport.de/2018/03/04/muenchen-aufenthalt-in-u-und-s-bahn-nur-mit-bahnsteigkarte/ Der Teufel liegt wie so oft im Detail. In München darf man sich in den Bahnhöfen des öffentlichen Nahverkehrs ohne Fahrschein nur dann bis zu einer Stunde aufhalten, wenn man sich eine „Bahnsteigkarte“ zum Preis von 40 Cent kauft.
Bahnsteigkarte München
Für 40 Cent erkauft man sich also in München einen warmen Platz in einem Ubahn-Bahnhof. Nun mögen sich 40 Cent erst einmal nicht teuer anhören. Doch hochgerechnet auf 24 Stunden geht es dann aber schon um 9,6 Euro, was für arme Menschen schon eine gewisse Summe darstellt. Zumal das stündliche Nachkaufen kein Ruhen von mehr als einer Stunde ermöglicht. Es ist davon auszugehen, dass der Nichtbesitz einer „Bahnsteigkarte“ vom Sicherheitspersonal des Nahverkehrs als Legitimation zum Rauswurf verwendet wird. Wer arm ist wird eher seltener oder unregelmäßig eine „Bahnsteigkarte“ erwerben, aber häufiger kontrolliert werden, sofern sie/er auch äußerlich als arm erkennbar ist. Mit Hinweis auf die fehlende „Bahnsteigkarte“ kann man sich dabei bequem darauf zurückziehen dass man ja nur die eigenen Regeln umsetzt. Trotzdem dürfte das in der Konsequenz eine Verdrängung von armen, besonders obdachlosen, Menschen führen. Ob das auch so geplant war, ist unklar und wäre auch schwer nachzuweisen.

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Essen: Essener Tafel will keine MigrantInnen mitversorgen http://berberinfo.blogsport.de/2018/03/01/essen-essener-tafel-will-keine-migrantinnen-mitversorgen/ http://berberinfo.blogsport.de/2018/03/01/essen-essener-tafel-will-keine-migrantinnen-mitversorgen/#comments Thu, 01 Mar 2018 12:11:02 +0000 Administrator Allgemein Armutszeugnis http://berberinfo.blogsport.de/2018/03/01/essen-essener-tafel-will-keine-migrantinnen-mitversorgen/ Essen: Tafel nur für Deutsche
Die Essener Tafel hat ein Aufnahmestopp für MigrantInnen verhängt. Damit entscheidet in Essen der Pass darüber, ob man hungert oder nicht.
Kritik deswegen kam sogar von der CDU: „Viele ausländische Mitbürger befinden sich in Notsituationen. Sie auszuschließen finde ich entsetzlich“, so Miguel Martin González Kliefken (CDU) vom Essener Integrationsrat.
Das Straßenmagazin „fiftyfifty“ will den nun Abgewiesenen eine anwaltliche Unterstützung bieten.

Es mag sein, dass die Ressourcen der Tafel beschränkt sind, aber dann muss sie sich an die Zuständigen wenden und mehr fordern. Sich gegen Bedürftige zu wenden und sie gegeneinander auszuspielen entspricht eher einer AfD-Logik.

* dpa: Kritik an Essener Tafel, 23.02.18, https://www.ksta.de/panorama/kritik-an-essener-tafel-aufnahmestopp-ist--wasser-auf-die-muehlen-der-rechtspopulisten--29769538
* Claudia Rometsch: Ausländerstopp bei der Essener Tafel Folge von Systemversagen, 28.02.18, http://www.migazin.de/2018/02/28/nicht-aufnahmestopp-essener-tafel-folge/

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PM: Dresdner BettelLobby will Petition gegen Bettelverbot dem Stadtrat übergeben http://berberinfo.blogsport.de/2018/01/31/pm-dresdner-bettellobby-will-petition-gegen-bettelverbot-dem-stadtrat-uebergeben/ http://berberinfo.blogsport.de/2018/01/31/pm-dresdner-bettellobby-will-petition-gegen-bettelverbot-dem-stadtrat-uebergeben/#comments Wed, 31 Jan 2018 13:56:28 +0000 Administrator Allgemein http://berberinfo.blogsport.de/2018/01/31/pm-dresdner-bettellobby-will-petition-gegen-bettelverbot-dem-stadtrat-uebergeben/ Pressemitteilung der BettelLobby Dresden, 23. Januar 2018

Das Bettelverbot ist unsozial!

Am Donnerstag, 25. Januar entscheidet der Dresdner Stadtrat über die neue Polizeiverordnung und somit darüber, ob das Betteln von und mit Kindern verboten wird. Die BettelLobby lädt für 15.30 Uhr vor das Rathaus (Goldene Pforte) ein. Wir wollen dort unsere Petition „Armut bekämpfen, nicht Arme! Gegen ein Bettelverbot in Dresden“ und die gesammelten Unterschriften an den Stadtrat übergeben. (Link zum Petitionstext: https://www.change.org/p/stadtrat-dresden-armut-bek%C3%A4mpfen-nicht-arme-gegen-ein-bettelverbot-in-dresden)
Auch bei einer Umfrage der SPD-Fraktion auf ihrer Website stimmten 85 Prozent der Teilnehmenden gegen das Bettelverbot (Stand 23.01.2018, 19 Uhr).

Bereits am heutigen Dienstag hat die BettelLobby folgende Stellungnahme der SPD-Fraktion übergeben:

Betteln ist ein Menschenrecht
In Österreich hat das Verfassungsgericht das Betteln zur freien Meinungsäußerung erklärt. Es gilt die Freiheit zu verteidigen, auf die eigene Not hinweisen zu können: „Ich bin arm und brauche Eure Hilfe!“ Betteln ist vor allem Ausdruck der akuten Not existenzbedrohter Menschen. Ihnen fehlt es an Obdach, Nahrung und Sicherheit. Eine soziale Politik setzt hier an. Ein Verbot macht nicht satt, schafft keine Wärme und bietet keinen Schutz. Eine auf Verboten setzende Ordnungspolitik bietet hier keine zusätzliche Sicherheit, weder für die bettelnden Menschen, noch für die, die ihnen im Alltag begegnen.
Auch Kindern wird mit einem Bettelverbot nicht geholfen, denn sie werden verdrängt, unsichtbar gemacht und schlimmstenfalls in die Kriminalität gedrängt. Statt Verboten sollte es darum gehen, das Recht auf Bildung für diese Kinder zu ermöglichen. Der SPD stünde es gut zu Gesicht hier anzusetzen und nicht die Arbeit derer zu übernehmen, die soziale Probleme schon immer repressiv und menschenfeindlich behandelten. Man kann soziale Probleme weder verdrängen noch wegsperren, sie müssen gelöst werden.

Armut ist keine Frage der Kultur
Die Unterstellung der CDU, es gäbe Menschen, die ihre Kinder aufgrund eines kulturellen Hintergrundes zum Betteln schicken, ist bösartig und rassistisch (Hintergrund: http://gruppe-polar.org/2018/01/12/braunssche-kulturkreise/). Wer Armut wie die CDU zu einer Sache der Kultur erklärt, phantasiert Menschen herbei, die es kulturell lebenswert finden, sich der Straße und dem Betteln auszuliefern. Es gibt in Dresden Privatschulen, Golfplätze, Villen, die Semperoper, es gibt in Dresden Obdachlosigkeit, Hartz4, Wohnungsnot und Menschen, die sich über die Tafel ernähren müssen. Es gibt arm und reich und keine Kulturkreise.
Unter den Armen in Dresden finden sich auch Migrant*innen aus Ost- und Südosteuropa – sie sind Bauarbeiter*innen, medizinisches Personal und ungelernte Niedriglohnabhängige. Manche von ihnen gehören der Minderheit der Roma an. Viele finden wir auf Baustellen, einige auf der Straße. Sie sind Opfer der Transformation in Ost- und Südosteuropa. Sie waren die ersten, die ihre Arbeit nach 1989 verloren haben. Sie bekommen dort Bezüge, die nicht zum Leben reichen. Sie kommen hierher in die prosperierende deutsche Gesellschaft, um einen Miniteil des gesellschaftlichen Reichtums in ihrer Hand zu finden. Wenn Sie diese Menschen zu Schmarotzern und schlechten Eltern stigmatisieren, schüren Sie ein ungebrochenens Ressentiment. Sie sind die Verlierer einer Ökonomie, die keine Menschenrechte kennt. Es wird so getan, als ob sogenannte „Roma-Banden“ sich an der Großherzigkeit und Naivität der Dresdner*innen bereichern wollen. Dabei ist das Betteln die letzte Chance in einer ausweglosen Situation und kein lukratives Geschäft – es ist die Ausgeliefertheit im unsozialen Status Quo.

Kindswohlgefährdung ja – Missbrauch nein
Wir können dem SPD-Stadtrat Christian Bösl nur beipflichten, wenn er sagt: “Für uns steht das Kindeswohl an alleroberster Stelle. Kinder gehören in die Kita, in die Schule, ins Kinderzimmer oder auf den Spielplatz, sie gehören definitiv nicht frierend und bettelnd in die Prager Straße.” Allerdings scheinen Herr Bösl und der Ausschuss für Ordnung und Sicherheit über die Zugänge für EU-Bürger*innen zu Wohnen und Bildung in unserer Gesellschaft nur unzureichend informiert zu sein. Voraussetzung für die Anmeldung von Kindern in der Kita und Schule ist eine örtliche Meldeadresse. Obdachlose Familien haben per definitionem keine Meldeadresse und können daher ihre Kinder nicht in den Schulen und Kitas anmelden. Sie haben kein Zuhause, in dem ihre Kinder aufgehoben sind, sondern nächtigen in Autos, Wohnungslosenunterkünften oder im Freien. Sie stoßen auf einen überteuerten und rassistischen Wohnungsmarkt. Sind sie arbeitslos und ist ihnen der Zugang zum deutschen Sozialsystem versagt, bleibt ihnen nur das Betteln. Wo sollen
sie ihre Kinder in dieser Zeit lassen?
Darum müssen wir SPD-Stadtrat Christian Avenarius widersprechen, wenn er sagt: “Wenn Kindern von ihren Eltern zum Betteln angehalten werden, ist dies eine Art von Missbrauch. Wir dürfen davor nicht wegschauen. Deswegen ist das Bettelverbot für Kinder notwendig.” Ein Bettelverbot mit Kindern verunmöglicht einen kindgerechten Alltag noch mehr. Die Eltern und die Kinder werden kriminalisiert und werden vertrieben. Die Kinder blieben alleine in unsicheren „Unterkünften“ zurück. Eine sehr einfache aber effektivere Maßnahme wäre die Einrichtung von Hot-Spot Meldeadressen, so dass Kinder von bettelnden Menschen Zugänge zu kindgerechten Einrichtungen der Bildung bekommen. Es handelt sich bei den hier beanstandeten mit ihren Eltern bettelnden Kindern konkret um wenige Familien aus Ost- und Südosteuropa. Es liegt
nach Aussage des Jugendamts keine Kindswohlgefährdung vor. Strukturell sind diese Kinder unendlich benachteiligt. Sie sind obdachlos und können hier nicht zur Schule. Ihre Eltern tragen aber Sorge für sie. Nicht die Eltern sind das Problem, sondern ein gegenüber Armen rücksichtsloser Stadtrat.

Der Armut hier mit sicherheitspolitischem Populismus zu begegnen ist zu einfach. Das tun AfD, FDP und auch CDU mehr als genug. Die SPD muss nicht Teil dieser rechten Law&Order-Koalition sein. Die Menschenverachtung hat genug Stimmen in dieser Stadt.

Wir als BettelLobby konnten für unsere Petition gegen das Bettelverbot prominente Stimmen aus Dresden als Erstzeichner*innen gewinnen, darunter Expert*innen aus Beratungsstellen und sozialer Arbeit sowie wissenschaftliche Expert*innen zum Thema Rassismus und Antiromaismus. Wir fordern den Stadtrat auf, den vielen Stimmen aus Wissenschaft, Sozialarbeit und Zivilgesellschaft Gehör zu schenken und am Donnerstag gegen das Bettelverbot zu stimmen.

Petitionsübergabe und Auftritt des Chores der BettelLobby
Donnerstag, 25. Januar um 15.30 Uhr
Rathaus (Goldene Pforte), Dr. Külz Ring

Rückfragen an: kontakt – at – gruppe-polar.org

Mit freundlichen Grüßen
BettelLobby Dresden

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Frankfurt: Obdachlose sollen zahlen http://berberinfo.blogsport.de/2017/12/30/frankfurt-obdachlose-sollen-zahlen/ http://berberinfo.blogsport.de/2017/12/30/frankfurt-obdachlose-sollen-zahlen/#comments Sat, 30 Dec 2017 07:50:11 +0000 Administrator Allgemein http://berberinfo.blogsport.de/2017/12/30/frankfurt-obdachlose-sollen-zahlen/ In Frankfurt können Stadtpolizisten Obdachlose, die im Freien schlafen, zu sogenannten Bar-Verwarnungen erteilen. Dabei müssen die Betroffenen vor Ort einen bestimmten Betrag bezahlen. Grundlage ist, dass das Schlafen auf Bänken oder in Fußgängerzonen unter den Tatbestand des Lagerns im öffentlichen Raum stellt. Dieser Tatbestand stellt nach der städtischen Gefahrenabwehrverordnung eine Ordnungswidrigkeit dar. Das passiert bereits.

* Georg Leppert: Obdachlose müssen Strafe zahlen, 15.12.2017, http://www.fr.de/frankfurt/frankfurt-obdachlose-muessen-strafe-zahlen-a-1408863

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Vorbildlich: Berliner Obdachlosenhilfe lehnt Nazi-Klamotten ab http://berberinfo.blogsport.de/2017/12/22/vorbildlich-berliner-obdachlosenhilfe-lehnt-nazi-klamotten-ab/ http://berberinfo.blogsport.de/2017/12/22/vorbildlich-berliner-obdachlosenhilfe-lehnt-nazi-klamotten-ab/#comments Fri, 22 Dec 2017 11:50:06 +0000 Administrator Allgemein http://berberinfo.blogsport.de/2017/12/22/vorbildlich-berliner-obdachlosenhilfe-lehnt-nazi-klamotten-ab/ Nzis-Klamotten bei der Berliner Obdachlosenhilfe unerwünscht

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