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Berber-Vokabeln: Pennenrutscher

Als „Pennenrutscher“ werden Obdachlose bezeichnet, die von Notübernachtung zu Notübernachtung ziehen und vor allem in diesen leben.

Mal auf den Tisch hauen

Ich komme, hier in Tübingen, monatlich mehrmals mit Obdachlosen zusammen und bekomme so ab und zu auch Storys zu hören, die nur selten in der Zeitung zu lesen sind. Folgende Geschichte erzählte mir ein obdachloser Mann im Alter zwischen 35 und 45 Jahren.
Ihm war durch einen Streit von seinem Vermieter gekündigt worden. Ohne die Möglichkeit Hab und Gut mitzunehmen, musste er notgedrungen in der Notübernachtung für Obdachlose einziehen.
Nach sieben Jahren problemfreier Zahlung von Stütze musste er sich wegen Zahlungseinstellung auf dem Amt melden. Hier wurde er aufgefordert sich um Arbeit zu bemühen und erst nach solchen (gescheiterten) Bemühungen, würde er wieder Geld erhalten. Der derart unter Druck gesetzte Mann wies darauf hin, dass es so gut wie unmöglich sei als Obdachloser mit der Wohnadresse in der stadtbekannten Notübernachtung einen Job zu erhalten.
Als die Amts-Behörden danach immer noch unverständig waren, fing er an etwas zu randalieren (Stuhl umschmeißen etc.). Die Amts-Diener riefen daraufhin die Polizei.
Der Mann aber kam glimpflich davon und hatte, siehe da, am nächsten Tag sein Geld auf dem Konto. Er hatte den Amts-Dienern offensichtlich klar gemacht, wie wichtig ihm sein Anliegen war.
Allerdings, nicht in jeder Situation und jedem Fall zur Nachahmung empfohlen …