München: Aufenthalt in U- und S-Bahn nur mit „Bahnsteigkarte“

Der Teufel liegt wie so oft im Detail. In München darf man sich in den Bahnhöfen des öffentlichen Nahverkehrs ohne Fahrschein nur dann bis zu einer Stunde aufhalten, wenn man sich eine „Bahnsteigkarte“ zum Preis von 40 Cent kauft.
Bahnsteigkarte München
Für 40 Cent erkauft man sich also in München einen warmen Platz in einem Ubahn-Bahnhof. Nun mögen sich 40 Cent erst einmal nicht teuer anhören. Doch hochgerechnet auf 24 Stunden geht es dann aber schon um 9,6 Euro, was für arme Menschen schon eine gewisse Summe darstellt. Zumal das stündliche Nachkaufen kein Ruhen von mehr als einer Stunde ermöglicht. Es ist davon auszugehen, dass der Nichtbesitz einer „Bahnsteigkarte“ vom Sicherheitspersonal des Nahverkehrs als Legitimation zum Rauswurf verwendet wird. Wer arm ist wird eher seltener oder unregelmäßig eine „Bahnsteigkarte“ erwerben, aber häufiger kontrolliert werden, sofern sie/er auch äußerlich als arm erkennbar ist. Mit Hinweis auf die fehlende „Bahnsteigkarte“ kann man sich dabei bequem darauf zurückziehen dass man ja nur die eigenen Regeln umsetzt. Trotzdem dürfte das in der Konsequenz eine Verdrängung von armen, besonders obdachlosen, Menschen führen. Ob das auch so geplant war, ist unklar und wäre auch schwer nachzuweisen.


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