Delmenhorst: Obdachlose ermordet

Im niedersächsischen Delmenhorst wurde in der Nacht vom 3. auf den 4. November 2017 eine 51-jährige aus Polen stammende Obdachlose ermordet. Zuvor wurde sie schwer misshandelt und erlitt so schwere Verletzungen, dass sie in der Folge daran starb. Genauere Hintergründe sind bisher noch unbekannt. Tatort war eine Garage im alten Rangierbahnhof. Die Frau war erst seit rund einer Woche obdachlos und hatte zuvor in einer Sozialwohnung gewohnt. Diese hatte sie Anfang November durch eine Zwangsräumung durch die Stadt verlassen müssen.
Eventuell hat sie den Gang zu einer regulären Notübernachtung gescheut, weil es in Delmenhorst nur eine Notübernachtung für Männer gibt. Katrin Kriesche-Radtke vom Tagesaufenthalt der Diakonie für Wohnungslose in Delmenhorst meinte auch: „Frauen brauchen einen abgeschlossenen, männerfreien Raum“.

Die Tat könnte aus zwei Gründen mit der Obdachlosigkeit des Opfers zu tun haben:
- Sie wurde als Opfer ausgewählt, weil sie eine Obdachlose war. Motiv kann dabei der Hass auf Obdachlose sein, verbunden mit einer Entmenschlichung von sozial Benachteiligten und generell fehlenden Unrechtsbewusstsein.
- Sie hatte keinen sicheren Rückzugsraum und war für den oder die TäterInnen deswegen ein leichter erreichbares Opfer.

Obdachlose Frauen und Mädchen sind noch einmal speziell von sexualisierten Übergriffen, z.T. auch durch männliche Obdachlose bedroht, jedoch gab die Polizei an, das es keine Hinweise auf ein Sexualverbrechen gäbe.

* Andreas D. Becker: Tote Obdachlose in Delmenhorst. Getöte Frau lebte im Problemblock des Wolleparks, 07.11.2017, https://www.weser-kurier.de/region/delmenhorster-kurier_artikel,-getoete-frau-lebte-im-problemblock-des-wolleparks-_arid,1666519.html


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