Hamburg: Verdrängung von Obdachlosen

Bereits Mitte März 2016 berichtete das „Hamburger Abendblatt“ in einem Artikel mit der Überschrift „Hamburg lässt Obdachlose morgens wecken“ dass in Hamburg das Citymanagement und das Bezirksamt Obdachlosen nur noch nachts den Aufenthalt in der Innenstadt erlaubt.
Konkret geht es um das Lagern in den Eingängen von Geschäften in der Innenstadt. Da das den Beschäftigten angeblich nicht zumutbar sei, sollen Obdachlose nun frühmorgens vertrieben werden.
Der SPD-Bezirksamtschef Falko Droßmann wird vom Abendlbatt wie folgt zitiert:

„Es wird nicht mehr geduldet, dass sich die Obdachlosen auch tagsüber dort mit ihrem Hab und Gut auf den öffentlichen Wegen aufhalten. Das ist weder den Angestellten der Kaufhäuser noch den Passanten zuzumuten“

.
Demzufolge geht es gar nicht nur um die Hauszugänge, sondern um „öffentliche Wege“. Begründet wird das Vorgehen mit Fürsorge für die Angestellten. Vermutlich geht es aber auch darum, dass Obdachlose erkennbar Armut verkörpern und ihre Anwesenheit sich vermeintlich geschäftsschädigend auswirken kann.
Weiter wird damit argumentiert, dass Obdachlose ihre Notdurft verrichten würden. Statt aber darauf mit dem Angebot durch immer begehbaren Toiletten zu antworten, werden Obdachlose vertrieben.
Ansonsten wird mit „Angst“ argumentiert. Nicht aber die Angst von Obdachlosen vor Übergriffen, sondern der übrigen Bürger*innen. Worin die Gefahr besteht, wird aber nicht gesagt.

* Ulrich Gassdorf: Hamburg lässt Obdachlose morgens wecken, Hamburger Abendblatt, 13.03.17, http://www.abendblatt.de/hamburg/hamburg-mitte/article209923641/Hamburg-laesst-Obdachlose-morgens-wecken.html


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