Köln: Obdachloser an Schlafplatz ermordet

Obdachloser angezündet
In Köln wurde am 13. November ein obdachloser Mann ermordet. Der Polizeibericht vermerkt:

„Am frühen Sonntagmorgen (13. November) haben Beamte in der Kölner Innenstadt auf offener Straße einen leblosen Mann (29) bemerkt, dessen Bekleidung Feuer gefangen hatte. Die Präsenzkräfte der Einsatzhundertschaft löschten die Flammen. Ein Notarzt der Feuerwehr konnte jedoch nur noch den Tod des Wohnungslosen feststellen.
Gegen 1.30 Uhr waren die Polizisten während einer Präsenzstreife auf das Feuer in der Unterführung am Frankenplatz aufmerksam geworden. Der Verstorbene lag auf seinem Schlaflager und ist der Obdachlosenszene zuzuordnen.
Die Obduktion am heutigen Morgen ergab Hinweise darauf, dass der Verstorbene durch Fremdeinwirkung zu Tode gekommen ist. Das Kriminalkommissariat 11 der Polizei Köln hat eine Mordkommission gebildet.“

Das Anzünden von Menschen ist typisch für Gewalt gegen Obdachlose. Dabei nutzen die TäterInnen aus, dass Obdachlose häufig an denselben Plätzen übernachten und diese keinen sicheren Rückzugsraum darstellen. Hinzu kommt der Umstand, dass Personen in Schlafsäcken nur sehr eingeschränkt regieren kann.
Die Vermutung, dass hier ein sozialdarwinistisches Motiv vorliegt, lässt sich auch an der Art der Tat ableiten. Natürlich sind die Tatumstände noch ungeklärt. Jetzt braucht es die Beobachtung und vielleicht auch den Druck einer kritischen Öffentlichkeit, damit dieser Fall nicht zu schnell zu den Akten gelegt wird und damit ein sozialdarwinistisches Motiv nicht vorschnell ausgeschlossen wird.