Archiv für November 2016

Köln: Obdachloser an Schlafplatz ermordet

Obdachloser angezündet
In Köln wurde am 13. November ein obdachloser Mann ermordet. Der Polizeibericht vermerkt:

„Am frühen Sonntagmorgen (13. November) haben Beamte in der Kölner Innenstadt auf offener Straße einen leblosen Mann (29) bemerkt, dessen Bekleidung Feuer gefangen hatte. Die Präsenzkräfte der Einsatzhundertschaft löschten die Flammen. Ein Notarzt der Feuerwehr konnte jedoch nur noch den Tod des Wohnungslosen feststellen.
Gegen 1.30 Uhr waren die Polizisten während einer Präsenzstreife auf das Feuer in der Unterführung am Frankenplatz aufmerksam geworden. Der Verstorbene lag auf seinem Schlaflager und ist der Obdachlosenszene zuzuordnen.
Die Obduktion am heutigen Morgen ergab Hinweise darauf, dass der Verstorbene durch Fremdeinwirkung zu Tode gekommen ist. Das Kriminalkommissariat 11 der Polizei Köln hat eine Mordkommission gebildet.“

Das Anzünden von Menschen ist typisch für Gewalt gegen Obdachlose. Dabei nutzen die TäterInnen aus, dass Obdachlose häufig an denselben Plätzen übernachten und diese keinen sicheren Rückzugsraum darstellen. Hinzu kommt der Umstand, dass Personen in Schlafsäcken nur sehr eingeschränkt regieren kann.
Die Vermutung, dass hier ein sozialdarwinistisches Motiv vorliegt, lässt sich auch an der Art der Tat ableiten. Natürlich sind die Tatumstände noch ungeklärt. Jetzt braucht es die Beobachtung und vielleicht auch den Druck einer kritischen Öffentlichkeit, damit dieser Fall nicht zu schnell zu den Akten gelegt wird und damit ein sozialdarwinistisches Motiv nicht vorschnell ausgeschlossen wird.

exklusive Solidarität für einheimische Obdachlose

In Dresden hat sich im Sommer 2016 der Verein „Dresdner Bürger helfen Obdachlosen und Bedürftigen e.V.“ gegründet, der mit der Dresdner FDP verbandelt ist. Konkret ist im Verein der FDP-Stadtrat Jens Genschmar, Jahrgang 1968, aktiv. Dieser gilt als PEGIDA-Sympathisant, er nahm u.a. am 8. Dezember 2014 an der PEGIDA-Demonstration teil.
Genschmars Mitstreiter im Verein ist ein Ingolf Knajder. Auch er gilt als PEGIDA-Anhänger und soll u.a. die Kandidatur der damaligen PEGIDA-Aktivistin Tatjana Festerling als Dresdner Oberbürgermeisterin unterstützt haben.
Der von Knajder und Geschmar gegründete Verein verkündete ausschließlich Dresdner Bedürftige unterstützen zu wollen. Ähnliche Ansätze gab es bereits bei der Weihnachtsspenden-Sammelaktion von PEGIDA in Dresden.
Damit wird eine Einteilung in ‚gute‘ – weil einheimische – und ‚böse‘ – weil ‚fremde‘ – Bedürftige vorgenommen.
Dieser Einteilung widersprach Andreas Schönherr, der Chef der Dresdner Tafel, und lehnte eine Zusammenarbeit mit dem Verein ab. Damit zog sich den Zorn von Knajder zu. Am 12. Oktober postete Knjader auf der Facebook-Seite des Vereins wutentbrannt:

„Solchen Menschen wünsche ich den baldigen Tod und nichts anderes“

.
Am 23. Oktober formulierte Knajder seine Aussage noch einmal um. Es sei „traurig“, dass „Menschen an Krebs und anderen Krankheiten sterben, während Menschen wie Herr Schönherr ein langes Leben haben und es besser umgedreht wäre“, schrieb er.
Knajder giftete weiter:

„Für mich ist er ein durch und durch linkslastiger naiver Gutmensch. Herr Schönherr lehnt jegliche Kooperation und Zusammenarbeit mit unserem Verein und unseren Unterstützern ab, mit der Begründung, er würde niemals mit Leuten zusammen arbeiten, die andere Menschen, insbesondere Asylsuchende, Migranten und Kriegsflüchtlinge ausgrenzen und ausschließen. Er würde für Zusammenhalt und Integration stehen und kämpfen und will sich engagieren für alle, insbesondere für Asylsuchende und Migranten.“

Und schimpfte weiter:

„Die Wohltätigkeitsvereine *Tafel e.V.* wurden gegründet, um den Bedürftigen und Obdachlosen zu helfen und nicht um Asylanten, illegale Einwanderer ohne Ausweispapiere, Asylmissbraucher und Scheinasylanten, kriminelle Migranten und islamistische Terroristen zu beköstigen. Ich habe in ganz ruhigem Ton und mit vernünftigen Argumenten den Sinn unseres Vereines erklärt, aber er will und wird es nicht verstehen, worum es uns geht.“

Knajders sich anschließende Forderung nach einer Überprüfung der Gelder für die Tafel schlossen sich tatsächlich zwei CDU-Stadträte an: Angela Malberg und Peter Joachim Krüger. Inzwischen ruderten sie aber wieder zurück.
Inzwischen ist auch Jens Genschmar aus dem Kreisvorstand der Dresdner FDP zurückgetreten.