Studie des LKA NRW weist Obdachlosen-Feindlichkeit als Tatmotiv nach

Für eine Präsentation des LKA NRW zum Thema „Gewalt gegen Wohnungslose. Täterbezogene Ergebnisse einer Aktenanalyse“ zur Bundestagung 2013 der BWG Wohnungslosenhilfe e.V. wurden 151 staatsanwaltschaftliche Ermittlungsakten der Jahre 2008 bis 2010 ausgewertet.
Deren Auswertung kommt zu folgendem Schluss:
* 91% der Tatverdächtigen sind männlich
* 75% der Tatverdächtigen sind in Deutschland geboren
* nur 2% der Tatverdächtigen wurden von den Behörden als rechtsextrem eingestuft, wobei Behörden hier oft blind oder unwissend oder sehr strenge Kriterien anlegen
* 54% der Tatverdächtigen sind selber wohnungslos und 18% haben Kontakte zu Wohnungslosen

Die übrigen 28% nicht-wohnungslosen Tatverdächtigen sind besonders interessant. Sie unterschieden sich in einigen Punkten von den Tätern mit Berührungspunkten zu Wohnungslosigkeit. So ließ sich feststellen:
* es handelt sich zu 51% um Jugendliche im Alter zwischen 15 und 21 Jahren
* 78% aus dieser Kategorie kannten ihr Opfer gar nicht
* Angriffe durch nicht-wohnungslose Tatverdächtige sind öfters überfallartig
* nicht-wohnungslose Tatverdächtige planen ihre Taten häufiger (33%)
* sie geben zu 24% an aus „Langweile“ gehandelt zu haben
* zur Motivation wurde bei 40% Abwertung angegeben, 24% Aggressivität, 17% Eskalation und 12% Gruppendynamik