TV-Dokumentation über das Leben auf der Straße

Unter dem Titel „Wenn das Leben entgleist“ zeigte 2012 der NDR eine Dokumentation über das Leben von obdachlosen Menschen (http://www.youtube.com/watch?v=g5749HRsKqg). Zwar sind die Interviewfragen manchmal etwas suggestiv („Haben sie nicht auch Schuld?“), aber es kommen zuallererst einmal Obdach- und Wohnungslose selber zu Wort. Hier einige Zitate aus der Dokumentation:

Man ist schon irgendwo abgeschrieben. Manche denken wir vielleicht taugen nichts. Wir wollen hier nur auf Kosten des Staates leben.

Diana Bendix (42), obdachlose Frau, NDR-Dokumentation „Wenn das Leben entgleist“, 2012

Ich stell mich ungerne noch bei Leuten hin. Weil man immer oft auch angegriffen wird als Frau. Viele sehens als Sexobjekt, als wär man Freiwild. Nutzen das teilweise sogar aus. Und das finde ich traurig. Weil man selber schon in so ner Scheißsituation hängt.

Diana Bendix (42), obdachlose Frau, NDR-Dokumentation „Wenn das Leben entgleist“, 2012

Meist ist das ja so: Keine Arbeit, keine Wohnung. Keine Wohnung, keine Arbeit.

Bewohner einer Notübernachtung in Hannover, NDR-Dokumentation „Wenn das Leben entgleist“, 2012

Um Gottes Willen. Zusammenschlagen lassen und Geld klauen lassen.

Bewohner einer Notübernachtung in Hannover auf die Frage ob er draußen schlafen würde, NDR-Dokumentation „Wenn das Leben entgleist“, 2012

Vor allem am Wochenende kommt das vor. Wenn Wohnungslose im Schlafsack liegen, schon fest schlafen, plötzlich ein Übergriff von betrunkenen Jugendlichen stattfindet. Manchmal wird das sogar mit Handy gefilmt von anderen Personen. […] Das ist so Überraschung. Die meisten können sich gar nicht so schnell wehren, aus dem Schlafsack herauszukommen, um sich zur Wehr zu setzen, um überhaupt zu reagieren.

Franziska Walter, Krankenschwester in einem Treffpunkt für Obdachlose, NDR-Dokumentation „Wenn das Leben entgleist“, 2012