Österreich: drei Fälle von Gewalt gegen Obdachlose

Mit Baseballschläger gegen Obdachlosen
Zwei Unbekannte haben im Mai 2008 im Klagenfurter „Park der Kärntner freiwilligen Schützen“ einen vermutlich obdachlosen Menschen (28) niedergeschlagen und schwer verletzt: „Beide Täter trugen Bomberjacken, Springerstiefel und – eine Glatze“ (ORF Kärnten, 13.5.2008).
Der Vorfall ist in zweierlei Hinsicht bemerkenswert. Zum einen, weil es im Park der „freiwilligen Schützen“ zu dieser Zeit immer wieder zu brutalen Attacken – vor allem auf Obdachlose – gekommen ist (z.B. Krone, 12.6.2008 „Opfer liegt im Koma“). Zum zweiten, weil die Klagenfurter Polizei heftig dementierte, dass es in Klagenfurt eine „rechte Szene“ geben würde: „Zweimonatige Recherchen brachten in dieser Hinsicht keine Ergebnisse“ (ORF Kärnten, 13.5.2008). Die“ Recherchen“ haben mit der Realität wenig bis nichts zu tun.: im September 2009 wird eine Gruppe offensichtlich rechtsextremer „Jugendlicher“ wegen verschiedener krimineller Delikte, die sie 2008 in Klagenfurt und Umgebung verübt haben, verurteilt (Kärntner Tageszeitung, 12.9.2009).

* http://www.stopptdierechten.at/2013/09/19/eine-chronologie-rechtsextremer-gewalt-2001-2013/

Mit „Sieg Heil“ gegen einen Obdachlosen
Sie zogen im Jänner 2000 mit Parolen wie „Sieg Heil“, „Wir sind deutschnational“ und „Asoziale gehören an die Wand“ durch die Innenstadt von Feldkirch. Die beiden Nazi-Skins schlugen „völlig grund- und wortlos“ (Neue Vorarlberger Tageszeitung, 15.3.2001) einen Obdachlosen zu Boden und traten mit ihren Springerstiefeln gegen den Kopf des Wehrlosen. Seitdem leidet das Opfer an Doppelbildern und starken Kopfschmerzen.
Bei der Einvernahme durch die Stadtpolizei gaben die beiden Nazi-Skins, zu ihrem Motiv befragt, noch an: „Alle Arbeitslosen gehören an die Wand gestellt“ und „Ich habe sofort gesehen, dass das ein Asozialer ist“. Vor Gericht konnten sie sich nicht an ein Motiv erinnern und wurden wegen Körperverletzung zu einer teilbedingten Geldstrafe von 27.000 bzw. 18.000 Schilling verurteilt (Vorarlberger Nachrichten, 31.8.2001).

Obdachloser getötet
Ende Februar 1994 wurde in Innsbruck der Obdachlose Wolfgang T. (37) im Schlaf mit Holzlatten zu Tode geprügelt. Als Täter wurden zwei Jugendliche identifiziert, von denen zumindest der eine in der rechten Szene ziemlich aktiv war (SN, 1.3.1994) . Die beiden Jugendlichen wurden im Juni 1994 in einem Jugendschöffenprozess wegen Mordes zu achteinhalb und neun Jahren unbedingter Haft verurteilt (Standard, 24.6.1994)

* http://www.stopptdierechten.at/2013/09/18/eine-chronologie-rechtsextremer-gewalt-1990-2000/