Stuttgart: Durchsagen warnen vor Bettler/innen

Anne Will über Bettler
In Stuttgart warnten Durchsagen in der S-Bahn vor Bettler/innen im Zug. Während in S- und U-Bahn von Berlin z.B. Bettler/innen nicht ungewöhnliches sind und auch nicht vor ihnen gewarnt wird, so scheint es im Südwesten als problematisch empfunden zu werden mit Armut direkt konfrontiert zu werden. Die Durchsagen wurden jedenfalls damit begründet, dass sich manche Fahrgäste sich von den Geldsammlern belästigt fühlen würden. Die Durchsage wird nicht automatisch abgespielt, sondern nur auf Grund der Beobachtungen von Fahrer/innen oder Beschwerden der Fahrgäste.
Ähnliche Durchsagen soll es auch in Hamburg, München, Frankfurt und Berlin. In Berlin dürfte das aber nicht so häufig der Fall sein. Hier gibt es erkennbar und erlebbar eine größere Akzeptanz von Bettler/innen in U- und S-Bahn.
Ein Sprecher der Bahn wollte laut Zeitungsbericht wissen: „Meist seien die Personen, die um Gaben bitten, von professionellen Banden vorgeschickt – eine Einschätzung, die vom Ordnungsamt der Stadt und von der Polizei bestätigt wird.“ Wenn man solches Wissen einmal versucht auszuleuchten, stellt es sich zumeist als unbewiesene Überzeugung heraus. Auch der Bericht in der „Stuttgarter Zeitung“ weiß von ominösen „Hintermännern“ osteuropäischer Bettler/innen zu berichten. Bettler/innen aus Osteuropa würden im Sommer in der Stadt campen. Ein Beamter wird mit den Worten zitiert: „Natürlich tauchen die dann irgendwo anders wieder auf, wenn man sie an einer Stelle vertreibt“
Offenbar werden bettelnde Menschen aus dem Ausland in Stuttgart als Problem ans sich wahrgenommen und sie werden vertrieben.

* Christine Bilger: S-Bahn in Stuttgart Durchsagen warnen vor Bettlern in S-Bahnen, Stuttgarter Zeitung, 06.08.2013, http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.s-bahn-in-stuttgart-durchsagen-warnen-vor-bettlern-in-s-bahnen.5e7bf8f4-ab7f-4803-9bb3-7c43aaca1339.html