Archiv für August 2013

Älteres Fundstück: Polizist misshandelte Bettler

Bettler geschlagen
Im Januar 2009 verurteilte das Amtsgericht München einen Polizeiobermeister zu einer Geldstrafe von 7150 Euro. Der Polizist hatte einen rumänischen Bettler grundlos ins Gesicht geschlagen. Der Polizist hatte vor Kollegen geprahlt, dass er „der blöden Sau“ einen „eingeschenkt“ habe. Vor einer Anzeige habe er keine Angst. „Drauf gesch…“ Sein Vorgesetzter erstattete Anzeige.

* Kerstin Herrnkind: Amnesty International So brutal sind deutsche Polizisten, 8. Juli 2010, http://www.stern.de/panorama/2-amnesty-international-so-brutal-sind-deutsche-polizisten-1581111.html

Älteres Fundstück: Straßenkids in New York sind häufig verstoßene Homosexuelle

Ein älterer Artikel auf „queer.de“ berichtete:

Es ist ein unschönes Indiz, dass sich die Zeiten nur langsam verbessern: Einer Schätzung zufolge leben 1.500 junge Obdachlose in New York, die schwul, lesbisch, bisexuell oder Transgender sind – von 3.800 jugendlichen Obdachlosen insgesamt. Die meisten der Kids landeten auf der Straße, weil sie nach ihrem Coming-out von ihren Eltern verstoßen wurden. […] Schaut man sich ein wenig auf der Webseite des Ali Forney Centers um, wird der wenige Einsatz noch unverständlicher. Nur eine Zahl: Da die Obdachlosen oft zu Prostitution gezwungen sind, gibt es Schätzungen, wonach sich in wenigen Jahren jeder Fünfte der Jugendlichen mit HIV infiziert. Dazu kommen die Probleme, die LGBT-Teenager auch sonst betreffen: eine hohe Rate an Depression etwa, häufige Selbstmordgedanken. Und Gewalt.
Benannt ist das Zentrum nach einem obdachlosen schwulen Jugendlichen, der sich in den Neunzigern zum Sprachrohr der obdachlosen LGBT-Jugend aufschwang. Er kümmerte sich auch um HIV-Prävention und kritisierte die Polizei, weil sie sich zu wenig um die Aufklärung von Verbrechen und Morden an den Kids kümmerte. Forney selbst wurde 1997 ermordet, die Hintergründe nie aufgeklärt.

* Videos: Die jungen LGBT-Obdachlosen Amerikas, 23.11.2011, http://www.queer.de/detail.php?article_id=15417

Pressemitteilung des RAA Sachsen e.V. und des Jugend-, Kultur- und Umweltzentrums „E-Werk“ e.V.

Hohe Spendenbereitschaft  für getöteten Wohnungslosen André K. –
Genügend Geld für Umbettung eingegangen
Opferberatung und Hinterbliebene sagen Danke
 
Als Reaktion auf die brutale Tötung von André K. in Oschatz solidarisieren sich Initiativen und viele Bürgerinnen und Bürger. Die Hinterbliebenen erhalten großzügige Geldspenden, womit die Umbettung des Verstorbenen in eine würdevolle Ruhestätte möglich wird.
 
In der Nacht zum 27.05.2011 wurde der wohnungslose André K. in Oschatz von mindestens fünf Tätern so schwer misshandelt, dass er wenige Tage später aufgrund der Verletzungen verstarb. André K. ist einer der mindestens 31 Menschen, die seit der Wiedervereinigung von Neonazis ermordet wurden.
Da die Angehörigen nicht von den ermittelnden Behörden informiert wurden, ist der Verstorbene nur in einem namenlosen Sozialgrab in Leipzig beigesetzt worden.
Die unvorstellbare Tat berührte viele Nachbarn aus Oschatz, aber auch viele Menschen über die Region hinaus. Über den Spendenaufruf der Opferberatung der RAA Sachsen e.V. und dem Jugend-, Kultur- und Umweltzentrum E-Werk e.V. in Oschatz kamen über 1.600 Euro zusammen. Auch die Initiative „Rassismus Tötet!“ sammelte Spenden und der Weiße Ring, der sich für Kriminalitätsopfer einsetzt, entschädigte die Familie mit 500 Euro.
Überdies engagierten sich viele Menschen in Oschatz und Leipzig für ein kontinuierliches Gedenken an das Verbrechen und organisierten Mahnwachen und Veranstaltungen zum Thema Gewalt gegen Wohnungslose.
„Aufgrund der großen Anteilnahme wird eine Umbettung nun möglich sein. Im Namen der Familie danken wir allen Spendern für ihre Unterstützung. Es liegt jetzt bei den zuständigen Ämtern, dass eine Umbettung zügig umgesetzt werden kann.“ So Lena Nowak, Beraterin bei der Opferberatung der RAA Sachsen e.V.
Für Rückfragen stehen wir gern zur Verfügung.
 
Lena Nowak, Katja Braß
 
RAA Sachsen e.V.
Opferberatung Leipzig
Peterssteinweg 3
04107 Leipzig
 
tel.:      0341.2254957
fax:      0341.2254956
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