Dresden: bauliche Aussperrung von obdachlosen Menschen

Dresden rühmt sich gerne eine Kulturmetropole zu sein. Im barocken Zentrum, dem Ziel zahlloser TouristInnen, sind da natürlich marginalisierte Gruppen wie Obdachlose in den Augen der Behörden unerwünscht.
Sperre gegen Obdachlose in DD
Die lokale Tageszeitung „Dresdner Neueste Nachrichten“ berichtet:

Dresden. Rund 260 obdachlose Menschen leben laut Stadtverwaltung in Dresden. Manche bewusst, manche aus der Not heraus. […] Am Dresdner Blockhaus gegenüber dem Goldenen Reiter bot der Eingangsbereich bis zum Dezember eine witterungsgeschützte Übernachtungsmöglichkeit. Neben der breiten Treppe befanden sich zwei rund zwei Meter lange und ein Meter breite Sandsteinflächen. Steinhart und dennoch vor Wind und Regen geschützt. Mit einem Schlafsack ausgestattet schlief dort regelmäßig ein Obdachloser. Geduldet wurde er nicht lange.
Zwei maßgefertigte Balken aus Sandstein queren jetzt die Fläche. Der zuständige Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) hat die Verlegung nach eigenen Angaben Mitte November veranlasst. „Die Streben wurden angebracht, um Sicherheit und Ordnung der Treppenanlage, die zugleich Eingangsbereich des Blockhauses ist, gewährleisten zu können“, heißt es auf Anfrage von DNN-Online aus der zuständigen Stabstelle. […] Die Sandsteinblöcke wurden ihren Angaben nach zwischen Weihnachten und Neujahr verlegt. Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, habe man den baulichen Eingriff mit dem Landesamt für Denkmalpflege eigens abgestimmt, so das SIB. Rund 900 Euro hat die Verlegung der Sandsteine gekostet. Der Obdachlose schlief zuletzt unbestätigten Angaben wenige hundert Meter weiter elbabwärts.

* Dominik Brüggemann: Staatsbetrieb verlegt Sandsteine gegen Obdachlose vor Dresdner Blockhaus, in: „Dresdner Neueste Nachrichten“, 12.02.2013, http://www.dnn-online.de/dresden/web/dresden-nachrichten/detail/-/specific/Staatsbetrieb-verlegt-Sandsteine-gegen-Obdachlose-vor-Dresdner-Blockhaus-2996482194