Berlin: Angriff auf Obdachlosen in U-Bahnhof

Das „Schwäbische Tagblatt“ schreibt:

Gleich fünf bis sechs Täter sollen sich im U-Bahnhof Hansaplatz auf einen 45-jährigen Obdachlosen gestürzt haben, dem sie mit Schlägen und Tritten das Nasenbein brachen und diverse Verletzungen zufügten. Sie raubten dem Mann Schlafsack [trotz eisiger Kälte], Wein und Zigaretten. Die Täter werden als 17 bis 20 Jahre alte Deutsche beschrieben.

Diese Attacke fand am Wochenende vom 19. und 20. Februar Februar 20:20 Uhr statt.
Ein Passant rief Hilfe und das Opfer wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo es wegen eines Nasenbeinbruch ambulant behandelt werden musste. Die Tat wurde von einer Kamera der U-Bahn aufgezeichnet. Der Film wurde von der Polizei unter veröffentlicht.

* Peter Gärtner: Erneut Attacke in Berliner U-Bahnhof, in: „Schwäbisches Tagblatt“ vom 22.02.2011
* Andreas Rabenstein, DPA: Jugendliche prügeln Obdachlosen krankenhausreif, „Der Stern“ vom 22. Februar 2011, http://www.stern.de/panorama/berlin-u-bahnhof-hansaplatz-jugendliche-pruegeln-obdachlosen-krankenhausreif-1656461.html


1 Antwort auf “Berlin: Angriff auf Obdachlosen in U-Bahnhof”


  1. 1 Carry 01. März 2011 um 20:24 Uhr

    Diese Nachricht stand vor allem in fast allen Berliner Tageszeitungen und Boulevardblättern. Es ist am U-Bhf. Hansaplatz – nicht zum ersten mal – zu diesem Übergriff gekommen. In Berlin haben drei U-Bahnhofe als Erfrierungsschutzräume die Nächte über auf, damit die Obdachlosen sich dort einfinden können. Vor drei-vier Wochen war auch ein solcher Vorfall am U-Bhf Hansaplatz. Das Video dürftest du noch auf Youtube finden, wenn du die Suchworte Berlin Hansaplatz Überfall Obdachloser eintippst.

    Was mich ärgert ist, dass die Medien diesen Fall mit anderen über einen Kamm scheren wollen. Mal heisst es, Raubstreifzüge werden brutaler. Jedoch soll dieser Mann optisch dem Obdachlosenmilieu zuzuordnen gewesen sein – sah also arm aus. Dementsprechend kann ist er kein geeignetes Opfer für Raubzüge. Mal heisst es Jugendliche schlagen immer brutaler zu, wenn sie sich provoziert fühlen. Nur kann ich mir nicht vorstellen, dass ein über 40jähriger Mann, der mit seinen Plastiktüten und einer Flasche Wein auf der Bank eines U-Bahnhofes kauert, eine 5-6köpfige Gruppe Jugendlicher provoziert. Meiner Meinung nach passt dieser Fall nicht zu den gängigen Fällen, auf die sich die Presse so gerne stürzt, aber das was zu schreiben wäre: Perversion gegenüber Schwächeren, gegenüber Wehrlosen, die kein Ansehen in der Gesellschaft haben, möchten die Zeitungen auch nicht drucken. So etwas könnte ja das Weltbild von Otto und Elke Normalbürger ins wanken bringen.

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