Archiv für Februar 2011

LESETIPP: „Nur für Hartgesottene!“

homeless
In der linken Wochenzeitung „Jungle World“ erschien kürzlich ein guter Bericht über den Besuch bei einem Kälteschutz in Offenburg, der zentralen Anlaufstelle für Obdachlose im Ortenaukreis.
In dem Bericht finden sich auch einige interessante Sachinformationen:

Nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) sind in diesem Winter bisher drei Obdachlose erfroren. Schätzungen der BAGW zufolge gab es in Deutschland im Jahr 2008 ungefähr 230.000 Wohnungslose, d.h. Menschen, die nicht über einen mietvertraglich abgesicherten Wohnraum verfügten, etwa 20.000 von ihnen lebten ohne jede Unterkunft auf der Straße. Die deutschen Behörden führen keine Statistiken zur Zahl der Wohnungslosen.

Die meisten Obdachlosen leiden unter Mangelernährung, Rheuma, Hauterkrankungen, Erkrankungen des Bewegungsapparats, psychischen Krankheiten oder Suchtproblemen leiden, so ist unter ihnen zum Beispiel die Anzahl der psychisch Erkrankten fünfmal höher als beim Rest der Bevölkerung, ein Drittel hat zudem erhebliche Alkoholprobleme. Das sind schwierige Voraussetzungen, um wieder auf die Beine zu kommen.

War Obdachlosigkeit früher ein klassisches Männerproblem, so ist der Anteil der Frauen mittlerweile auf 25 Prozent angestiegen. Leben sie auf der Straße, sind damit häufig spezifische Probleme verbunden. Will eine Obdachlose etwa bei einem Bekannten übernachten, so steht sie häufig in einem materiellen und sexuellen Abhängigkeitsverhältnis. Kommt es zu Gewalt, können sich Frauen häufig schlechter zur Wehr setzen. Männer landen statistisch gesehen zwar schneller auf der Straße, kommen dort mit den brutalen Gegebenheiten aber besser zurecht.

* Marijana Babic: Nur für Hartgesottene, in: „Jungle World“ Nr. 3, 20. Januar 2011

Obdachlos in Budapest

Obadchloser in Budapest
In Osteuropa gibt es trotz vermehrten Leerstandes viele obdachlose Menschen. Bei einem Besuch in Budapest, der Hauptstadt von Ungarn, waren auch viele Obdachlose zu bemerken. Nicht wenige von ihnen schliefen trotz Minusgraden draußen.

anklagendes Graffiti
OBEN: Graffiti mit der Inschrift: „Das Land in guten Händen. Jährlich frieren hunderte zu Tode.
-Mit-Träumen-“

Mobi-Video für Demo in Velbert