Archiv für Januar 2011

Die Lebenserwartung von obdachlosen Männern

Die Lebenserwartung bei obdachlosen Männern liegt bei 46,5 Jahren.

* Hauke Goos und Ralf Hoppe: Der Mann im Müll, 20.12.2010, in: DER SPIEGEL 51/2010, http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-75803470.html

Hetze gegen sozial Randständige

In einem Artikel in der Zeitung „Neues Deutschland“ (ND) wird darüber berichtet, dass derzeit vier Personen in Berlin wegen Hetze gegen sozial Randständige vor Gericht stehen. Sie sind wegen Volksverhetzung und Gewaltdarstellung auf der CD „Friss oder Stirb“ angeklagt. Dabei handelt es sich bei den vier Angeklagten nicht um extreme Rechte. Die drei Rapper Björn (aka „Blokkmonsta & Schwartz“), Raphael (aka „Blokkmonsta & Schwartz“) und die Krankenpflegerin Lovelet (aka „Dr. Jekyll“) und der vierte im Bund, der die CDs vertrieb, sind „nur“ Rapper mit menschenverachtenden Texten. Zu Recht nennt der ND-Artikel das Rappertrio die „verbalen Schlächter aus der Rapper-Szene“.

In dem Stück „Kloake“ heißt es u.a.:

Du siehst aus wie eine Kloake / und Du stinkst wie eine Kloake / Ja, Du lebst wie eine Kloake / Geh bloß weg, Du dumme Kloake / Kennt ihr das Gefühl wenn ihr in der Ubahn sitzt / Gegenüber ist ein Penner / mit seinem Müllsack voll geschwitzt / Er stinkt wie ein Haufen Scheiße / noch schlimmer sieht er aus / seit Jahren nicht gewaschen / ein Pappkarton sein Haus / er steigt aus aus der Bahn / geht auf den Mülleimer zu / greift hinein in den Dreck / sucht nach etwas was ihm schmeckt / findet einen alten Burger / leckt seinen Mund und isst ihn auf / ich könnt kotzen all die Keime / doch für ihn wars ein Festschmaus

Immerhin stellen „Blokkmonsta & Schwartz“ in dem Stück auch treffend fest „mein Hirn ist eine Kloake“.

Bereits 2008 standen Björn und Raphael wegen Volksverhetzung vor Gericht. Sie nannten sich und ihr Plattenmarkenzeichen »Hirntot«.

* Volksverhetzung oder Aufschrei gegen das System, in: Neues Deutschland“ vom 12.01.2011, http://www.neues-deutschland.de/artikel/188370.volksverhetzung-oder-aufschrei-gegen-das-system.html

„Tote ohne Anerkennung“

Das Antifaschistische Info-Blatt Nr. 89 vom Winter 2010/2011 hat das Titelthema „Rechte Morde. Eine Bilanz“. In dem Artikel „Tote ohne Anerkennung“ in dieser Ausgabe heißt es:

Auffällig ist, dass es der Polizei schwer fällt ein rechtes Tatmotiv festzustellen, wenn die Getöteten nicht in die stereotype Opfergruppe (Migrant_innen) von Neonazis passen. Sie können sich offenbar nicht vorstellen, dass ein Neonazi erst mit einem Obdachlosen zusammen zechen kann und ihn anschließend trotzdem aus Hass auf »Asoziale« zu Tode prügelt. Bestätigt wird dieser Eindruck, wenn man die offiziellen Zahlen mit den 137 nachrecherchierten Todesopfern vergleicht. Mehr als 70 Prozent der Fälle, bei denen die Opfer Obdachlose, Behinderte oder sozial Randständige sind, wurden nicht erfasst.

Erinnerung: Gedenkdemo in Velbert am 05.02.2011

Antifa für Obdachlose

Aufruf der Antifa Velbert:

In 28 Tagen, am 05. Februar 2011, jährt sich zum 16. Mal der Todestag des Velberter Obdachlosen Horst Pulter. Am Sonntag, den 05.02.1995 wurde der 65-jährige Obdachlose Horst Pulter im Velberter Herminghauspark von sieben Neonazis zunächst als »Penner« und »Scheißjude« verhöhnt und dann ermordet. Sie quälten ihn mit Tritten und Schlägen, dann stach der damals 22- jährige Haupttäter zu. Diese Tat von Rechtsextremen darf in Velbert nicht vergessen werden. Wir werden daher an seinem 16. Todestag Horst Pulter gedenken und seinen Mord in das Gedächtnis der Menschen rufen und rufen im kommenden Jahr, am Samstag, 5. Februar 2011 zur Demonstration ?Gegen rechte Gewalt und soziale Ausgrenzung? in Velbert auf.

Von daher laden wir euch zu unserer Demonstration ein:

K e i n V e r g e b e n – K e i n V e r g e s s e n

Demonstration im Gedenken an den von Neonazis in Velbert ermordeten Obdachlosen Horst Pulter

- Gegen rechte Gewalt und soziale Ausgrenzung -

05. Februar 2011, 14:00 Uhr
42551 Velbert, Willy-Brandt-Platz

Der ganze Aufruf: http://fuenfterfebruar95.wordpress.com

Ein Mobilisierungsvideo gibt es unter
http://www.youtube.com/watch?v=vwqzlS-6F0M

Europa: Kältewelle gefährdet Obdachlose!

unter der Brücke
Die seit Wochen anhaltende Kältewelle bedroht besonders obdachlose Menschen. Bereits im Winter 2009/2010 sind laut angaben des Magazines „Der Spiegel“ in Deutschland mindestens 15 wohnungslose Männer erfroren, davon neun in Großstädten.
Diesen Winter könnten es mehr sein. Aus Frankreich wird von dem Radiosender „Deutschlandfunk“ gemeldet, dass pro Tag ein „clochard“ (Obdachlosen) erfrieren würde. Ein Zeitungdsbericht über die Auswirkungen der Kältewelle in Polen spricht von über 160 Toten, davon die Mehrheit Obdachlose und Alkoholkranke.
Die Ursache des Kältetods ist natürlich auch Armut und gesellschaftliche Ausgrenzung, obdachlose Menschen sind nicht in der Lage sich ein warmes Heim als Schutz zu leisten.