FOCUS-Redakteur hetzt gegen sozial Schwache

Michael Klonovsky ist der „Chef vom Dienst“ beim Magazin FOCUS. Bereits früher ist er durch seine Rechtsaußen-Kontakte aufgefallen. So ist er hin und wieder Autor für das rechtsliberale Magazin „eigentümlich frei“. Klonovsky ist auch Unterstützer und Interviewpartner der extrem rechten Wochenzeitung „Jungen Freiheit“ (Ausgabe vom 13.05.08). Im „Reclam Verlag“ gab er eine Gedichtesammlung des Protofaschisten Gómez Dávila heraus.
wordshark
Im FOCUS-Magazin erschien nun ein Beitrag von ihm der in wohlstandschauvinistischer Manier gegen sozial Schwache hetzt und Stimmung macht. Hier mal die übelsten Abschnitte aus dem Artikel „Das Gott-Wort der Guten“:

Soziale Gerechtigkeit als das Staatsziel Nummer eins zu leugnen wäre für eine politische Karriere ähnlich tödlich wie die Leugnung der Göttlichkeit Christi im Mittelalter. Folglich gehört sie auch zum Standardvokabular jeder Interessengruppe, die finanzielle Vergünstigungen oder anderweitige Privilegien fordert.

Soziale Gerechtigkeit heißt: Dem einen wird, in der Regel gegen dessen Willen, etwas weggenommen, damit anderen gegeben werden kann, egal, ob sie es verdient haben.

Warum sollte es gerecht sein, jemanden vor dem Sturz ins Elend zu bewahren, der selber keine Anstrengungen dagegen unternimmt? Was ist gerecht daran, wenn eher kinderarme deutsche Steuerzahler eher kinderreiche Zuwandererfamilien miternähren?

Zwei Namen fallen inzwischen mit Zwangsläufigkeit, wenn die Prediger der sozialen Gerechtigkeit Stimme und Zeigefinger erheben: der des ehemaligen Berliner Finanzsenators Thilo Sarazzin und der des Philosophen Peter Sloterdijk. Der eine wagte es, die Kollateralschäden der Umverteilung am Beispiel der heillos verschuldeten Hauptstadt zu benennen, in der eine wachsende arbeits- und integrationsunwillige Unterschicht die Partylaune des Oberbürgermeisters freilich nur in Maßen verdirbt. Der andere träumte davon, die „Staats-Kleptokratie“ durch eine „geregelte Praxis öffentlicher Spenden“ zu ersetzen, das heißt den Zwang in Freiwilligkeit umzuwandeln, um das demütigende Gefühl des Ausgenommenwerdens durch das des Geberstolzes zu ersetzen. Es ist ein typischer Traum derjenigen, die frühzeitig aufstehen und sich mit der Gewissheit an die Arbeit begeben, dass ihnen jeder zweite Euro, den sie dadurch verdienen, weggenommen wird, unter anderem um diejenigen zu alimentieren, die morgens lieber liegen bleiben.

Die Tatsache, dass es unproduktive Unterschicht, Sozialschmarotzer, ja dass es Plebs gibt, findet der Gutmensch so skandalös, dass er jeden zum Schlechtmenschen erklärt, der darauf hinweist. Wenn es sich obendrein noch um Migranten handelt, kommt der hierzulande so beliebte Rassismus- und Ausländerfeindlichkeitsvorwurf mit derselben Sicherheit zur Anwendung, wie dessen Handhaber fernab von sozialen Brennpunkten siedeln. Dabei ist doch gerade die Einwanderung in das Sozialsystem eines anderen Landes, das Leben auf fremder Leute Kosten, eine enorme Ungerechtigkeit.

Wer solche Aussagen in einem auflagenstarken Monatsmagazin unterbringen kann, ohne auf einen Proteststurm zu stoßen, ist nicht weniger oder sogar umso mehr gefährlicher als ein NPD-Funktionär.

* Michael Klonovsky: Das Gott-Wort der Guten, 02.08.2010, http://www.focus.de/wissen/bildung/theologie/debatte-das-gott-wort-der-guten_aid_536776.html