Archiv für Februar 2009

Pseudo-Straßenzeitung

Manchmal begegnen einem Straßenzeitungs-Verkäufer, die ihr Produkt sehr aggressiv verkaufen und nebenbei noch versuchen zu betteln. Zumeist handelt es sich dabei nicht um die offizielle Straßenzeitung der Region. Die Straßenzeitungen haben nämlich offiziell ihre Verkaufsgebiete zueinander abgesteckt, so dass keine Konkurrenz entsteht und jede Straßenzeitung für ein bestimmtes Gebiet zuständig ist.
Bei den überregional auftretenden Straßenzeitungen, die nicht auf ein Gebiet festgelegt sind, handelt es sich um den Versuch mit dem Kopie des Prinzip Straßenzeitung Geld zu verdienen ohne sich an die Standarts einer Straßenzeitung zu halten. Dahinter steckt meist ein Verein namens „Food for you e.V.“ mit Sitz in Darmstadt. Die „Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion“ (ADD) gab inzwischen sogar eine Warnung vor dem Kauf von Obdachlosenzeitungen im Namen dieses Vereins heraus. Die Spendenaufsicht hat laut ddp-Meldung dem Verein in Rheinland-Pfalz Spendensammlungen und den Verkauf von Obdachlosenzeitungen „für den guten Zweck“ untersagt. Es handelt sich um die Zeitungen „Food for you e.V.“, „StraMax“ und „Streetworker“.

ddp-rps: Aufsichtsbehörde warnt vor Kauf bestimmter Obdachlosenzeitungen, 13.02.2009, http://www.linie1-magazin.de/linie1/news/Rheinland/artikel.php?id=47601

Italien: Obdachloser aus Indien bei lebendigem Leib angezündet

In Rom haben Jugendliche einen aus Indien stammenden Mann an einem Bahnhof zusammengeschlagen, mit Benzin überschüttet und angezündet.
Der 35jährige Obdachlose wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, ist aber nach Angaben der Ärzte nicht in Lebensgefahr. Die italienische Polizei nahm drei junge Männer im Alter von 16, 18 und 19 Jahren fest.
Tatort dieses schweren rassistischen Angriffs war der Bahnhof von Nettuno, ein Vorort im Süden Roms.
Die drei von der Polizei fest genommenen Täter gaben an, sie hätten unter Einfluss von Alkohol und Marihuana aus Langeweile gehandelt.
Organisationen zum Schutz von Einwanderern veranstalteten gestern Nachmittag in Nettuno eine Kundgebung gegen Rassismus.

Da Menschen aus Indien häufig eine dunkle Hautfarbe haben und die in Italien von staatlicher Seite rassistisch verfolgten Roma, zumeist aus Rumänien stammend, ebenfalls meist eine dunklere Hautfarbe haben, liegt der Verdacht nahe, dass es sich um eine antiziganistisch motivierte Attacke handelt.

* AFP/epd: Jugendliche zünden Inder an – Rassismus-Debatte in Italien, 3. Februar 2009, http://www.abendblatt.de/daten/2009/02/03/1034220.html