Archiv für März 2008

Aus christlicher Nächstenliebe zugelabert

Wenn mensch sich mit Obdachlosen unterhält und das Thema „Armenspeisung“ von Obdachlosen anspricht, dann bekommt mensch viel Kritik zu hören.
Freikirchen und evangelikale Gruppen bieten nicht aus purer Uneigennützigkeit Armenspeisungen a la Christus an. Es geht ihnen, nicht anders als dem Teufel höchstpersönlich, um die Seelen. Sie legen bei ihrem Vorgehen einen aggressiven Missionseifer an den Tag. Nicht selten predigen sie ständig dem hungrigen Neuankömmling und texten ihn unablässig zu. Die Mehrzahl, der unter diesem Getöse, Speisenden fühlt sich natürlich aufs Ärgste bedrängt. So meiden viele Obdachlose und Sozial Schwache diese Verköstigungen. Müssen sie dennoch einmal, meist gegen Monatsende, einkehren, dann ist ihre Geduld schnell aufgebraucht. Ein mir bekannter Obdachloser reagierte sogar, indem er der Quelle seiner Belästigung einen Schlag versetzte. Sicher, dass war rabiat, aber dennoch irgendwo auch verständlich.
Im Übrigen ist die Taktik mit Essen potenziell zu Bekehrende anzulocken nichts genuin Christliches. In Indien begegnete mir derlei bei den „Hare Krishnas“. Die jedem , der ihre Tempelführung mitmachte als Lohn eine kleine Portion Reis und Soße in Palmblatt überreichten.
Was aber verwunderlich ist bei der aggressiven christlichen Missionierung, dass die derartig Werbenden nicht erkennen, dass ihre Taktik für sie selbst kontraproduktiv ist.