Archiv für November 2007

Die Erinnerung ermöglichen!

Dokumentation eines Aufrufs:

Die Erinnerung ermöglichen!
Spendenaufruf für einen Gedenkstein an Frank Böttcher in Magdeburg

PM/frw

Frank Böttcher wurde in der Nacht vom 7. zum 8. Februar 1997 von einem Neonazi in Magdeburg ermordet. Eine Gedenktafel wurde von Unbekannten entfernt. Zu seinem 11. Todestag soll sie wieder installiert werden. Hierzu fehlt jedoch das Geld.

Frank Böttcher wurde in der Nacht vom 7. zum 8. Februar 1997 in Magdeburg ermordet. Der 17-jährige Punk fuhr in das Krankenhaus in Neu-Olvenstedt, um sich eine Handverletzung behandeln zu lassen. Auf dem Rückweg traf er an der Straßenbahnhaltestelle auf seine Mörder. Er starb durch Tritte und mehrere Messerstiche in den Rücken. Ein gleichaltriger neonazistischer Skinhead gab später bei der Polizei an, er habe sich von Franks Äußeren provoziert gefühlt.

Frank Böttcher musste sterben, weil er nicht in das Weltbild rechtsextremer Schläger passte. Diese Tat wirkt bis heute nach. Die Familie Böttcher hat die Stadt verlassen; Franks Grabstein wurde entfernt. Niemand mochte die Kosten für die immer wieder verübten Schändungen tragen. Die Wohnung seines Bruders wurde Ziel eines rechtsextremen Angriffs.

Das Bündnis gegen Rechts hat sich zum Ziel gesetzt, den Gedenkstein bis spätestens zum 11. Todestag am 8. Februar 2008 wiederhergestellt zu haben. Hierfür bitten wir Sie um eine finanzielle Unterstützung.

Bitte überweisen Sie Ihre Spende auf folgendes Konto:

Kontoinhaber: Miteinander e.V.
Kontonummer: 84 73 400
Bankleitzahl: 810 205 00
Kreditinstitut: Bank für Sozialwirtschaft Magdeburg
Verwendungszweck: Frank Böttcher

Auf Wunsch senden wir Ihnen eine Spendenbescheinigung zu.

Kontakt:
Bündnis gegen Rechts Magdeburg
c/o Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V.
Schellingstr. 3-4
39104 Magdeburg

Mehr unter: www.miteinander-ev.de

Quelle: http://archiv.mut-gegen-rechte-gewalt.de/artikel.php?id=13&kat=13&artikelid=4086

Leider wird nicht erwähnt, dass die Mörder nur eine Weltbild hatten, was diese Gesellschaft ständig reproduziert.

NPD startet „Winterhilfswerk“ für Obdachlose

Die neofaschistische NPD in Hessen will nach eigenen Angaben eine „Aktion Winterhilfe“ starten. Dafür wollen die Neofaschisten deutsche Obdachlose in der kalten Jahreszeit mit Kleider- und Sachspenden unterstützen. Deutsch heißt im NPD-Sinn natürlich nicht nur deutsche Staatsbürger, sondern auch „völkische“ Deutsche (also mit weißer Hautfarbe und deutschsprachigen Vorfahren).
Vom Namen her erinnert die Aktion an das das im September 1933 von den Nationalsozialisten ins Leben gerufene Winterhilfswerk.

Blick-nach-Rechts-Meldung 20.11.2007
http://www.bnr.de/bnraktuell/aktuellemeldungen/nationaldemokratischeswinterhilfswerk/

Gedenkstein in Greifswald eingeweiht

Dokumentation eines Indymedia-Berichtes

Bündnis „Schon Vergessen?“ & AAG 25.11.2007

Heute fand in der Hansestadt Greifswald die Einweihung des Gedenkstein für den, im Jahre 2000 von drei Neonazis, ermordeten Obdachlosen Eckard Rütz statt.

Rückblick:
Vor sieben Jahren, am 25. November 2000, wurde der Obdachlose Eckard Rütz von drei Neonazis brutal ermordet. Die Täter bekamen sieben bis zehn Jahre Freiheitsstrafe. Die Stadt, wie auch die Greifswalder Öffentlichkeit, versuchten den Mord zu entpolitisieren und zu verdrängen. Sie vergaßen somit auch das Gedenken an Eckard Rütz.

Im Jahre 2006 gründete sich das Bündnis „Schon vergessen?“ auf Initiative der Antifaschistischen Aktion Greifswald. Ziel des Bündnisses war und ist die Schaffung eines Gedenksteins und das Anstoßen eines Diskurses über Gedenkkultur in der Hansestadt. Nun ist das erste Ziel erreicht.

Um 11.00 Uhr heute morgen wurde der Gedenkstein an der Mensa gesetzt. Auf ihm steht geschrieben: „Zum Gedenken an Eckard Rütz – am 25. November 2000 von drei Jugendlichen mit rechtsextremer Gesinnung ermordet“. Nach einem Jahr anstrengender Arbeit konnten die Aktivist_innen nun heute morgen die Setzung miterleben. Um 16.00 Uhr fand dann die offizielle Einweihung durch das Bündnis „Schon vergessen?“ statt, welcher rund 60 Besucher_innen trotz Regens und Windes beiwohnten.

Die Veranstaltung begann mit der Begrüßung und einer anschließenden Rede des Bündnisses „Schon vergessen?“. In dieser wurde die Geschichte und der lange Weg des Bündnisses bis zum heutigen Tag beschrieben und in erster Linie auf Eckard Rütz, seinen Tod, sowie auf die Umstände seines Todes aufmerksam gemacht. Der Redner stellte aber auch heraus, dass dieser Gedenkstein nur ein erstes Etappenziel ist: Das Bündnis wolle sich auch weiterhin dafür einsetzen eine neue Gedenkkultur in der Stadt zu etablieren. Darauf folgte die Rede des Greifswalder Dompfarrers Gürtler. Er betonte besonders das Engagement der Aktivist_innen im Kampf um den Gedenkstein und führte an Hand aktueller Ereignisse auf, dass Greifswald noch längst keine neonazifreie Zone ist. Dem folgte eine Schweigeminute und die Kranzniederlegungen. Abschließend sprach ein Vertreter der Antifaschistischen Aktion Greifswald die mahnenden Worte. Auch hier wurde noch einmal die negative Haltung der Stadt im Umgang mit dem Mord an Eckard Rütz herausgehoben, sowie die reaktionäre Gedenkkultur der Stadt angeprangert. Beispielsweise blieb es nicht unerwähnt, dass die Stadt jedes Jahr metergroße Kränze für Wehrmachtssoldaten niederlegt, aber nicht ein mal in sieben Jahren Eckard Rütz und seinem Schicksal gedacht hatte. Weiterhin wurde auf den damals bestehenden und heute immer noch in der Gesellschaft vorherrschenden rassistischen Grundkonsens aufmerksam gemacht, aus dem heraus solche Taten überhaupt erst entstehen können. Die Rede endete mit einem Zitat aus dem Buchenwaldschwur „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung.“.

Gegen 17 Uhr endete die Gedenkveranstaltung, bei der zahlreiche Kerzen für Eckard Rütz angezündet wurden.

Auch der Oberbürgermeister Dr. Arthur König (CDU), sowie die Präventionsbeauftragte der Stadt Jutta Dembski waren anwesend. Für sie dürfte der Tag jedoch einen etwas bitteren Beigeschmack gebracht haben. Entschied sich doch das Bündnis schon im Vorfeld eindeutig dagegen den Bürgermeister zu Wort kommen zu lassen, musste sich Herr König nun vor den anwesenden Trauergästen massive Kritik an seiner Selbst und am Verhalten der Stadt im Umgang mit dem Neonazimord gefallen lassen.

mehr Infos:

www.schon-vergessen.tk & www.greifswald.antifa.de

http://www.schon-vergessen.tk/

(QUELLE: http://de.indymedia.org/2007/11/200577.shtml)

Frankreich: Pro-Obdachlosen-Aktivist verurteilt

Am 11. Oktober wurde der Vorsitzende der Gruppe „Don Quichotte“ aus
Strasbourg, welche sich für die Rechte der Obdachlosen in Frankreich einsetzt, verurteilt. Die Anklage wegen Beleidigung sollte Alexandre G. ursprünglich maximal drei Monate auf Bewährung und Arbeitsstunden einbringen. Der Genosse kam jedoch nicht wieder aus dem Gericht: Die Justiz verurteilte ihn zu zwölf Monaten Haft ohne Bewährung wegen wiederholten Beleidigungen und Körperverletzung während der Räumung eines Obdachlosencamps am 20. Oktober 2006. Paris, Dax, Strasbourg; demain à qui le tour ?

* Wohnraumaktivist verurteilt * – 13. Oktober 2007, http://www.autonome-antifa.org/spip.php?page=antifa&id_breve=736&design=2