Archiv für Mai 2007

Lesetipp: Artikel übers arme Sterben

„Nur der Tod ist umsonst“, heißt es. Doch auch nach dem Ableben trennt der Inhalt der Geldbörse die Leute voneinander. Dazu ist der sehr lesenswerter Artikel „Eine Stille Urne“ von Sebastian Krüger in der Wochenzeitung „Jungle World“ Nummer 08 vom 21. Februar 2007 erschienen.

Immer mehr Menschen in Berlin können sich nicht mal mehr das Sterben leisten. Sie werden auf Kosten des Sozialamts beerdigt. von
Ein Holzkreuz wird nur in »zu begründenden Einzelfällen« aufgestellt, von einem Grabstein ganz zu schweigen. So etwas nennt Peter Storck »Sozialverscharre«. Er ist Pfarrer der Kreuzberger Gemeinde Heilig-Kreuz-Passion. »Zur Würde des Menschen gehört auch seine würdige Bestattung«, sagt er, »das gilt für eine einsame alte Frau, die man tot in ihrer Wohnung findet, ebenso wie für einen alkoholkranken Obdachlosen, der eines Nachts in einer Notunterkunft stirbt.«
Seine Gemeinde engagiert sich seit Jahren in der Obdachlosenhilfe und betreibt Wohn-, Hilfs- und Betreuungsprojekte. »Obdachlose werden oft billig entsorgt, da sie meist keinen Kontakt mehr zu ihren bestattungspflichtigen Angehörigen haben«, erzählt er. Vor vier Jahren richtete Storcks Gemeinde auf dem Friedhof »Vor dem Halleschen Tor« direkt am Mehringdamm ein »Grab mit vielen Namen« ein. Dort werden jene Obdachlosen beigesetzt, mit denen die Gemeinde über ihre vielen Projekte in Kontakt stand. Mittlerweile stehen auf der großen Marmortafel zehn Namen. »Viele von ihnen waren Zeit ihres Lebens für Ämter und Behörden nur eine Nummer, jetzt, im Tod, haben sie ihre Namen zurückerhalten«, sagt Storck.

Den gesamten Artikel gibt es unter: http://www.jungle-world.com/seiten/2007/08/9408.php